Selbsthilfegruppe bipolare Störung
Dieser Bericht stammt aus dem Jahresbericht 2010.
Personen mit einer bipolaren Störung leiden an massiven Stimmungsschwankungen mit depressiven, hypomanischen und manischen Phasen. Unbehandelt sind sowohl die manischen wie die depressiven Phasen ein Riesenproblem. In hypomanischen Phasen sind wir sehr kreativ und arbeiten für drei, was uns auch Bewunderung des Umfeldes entgegenbringt. In der manischen Phase können die betroffenen Personen aggressiv werden und überschätzen sich massiv, was zu folgenschweren Handlungen wie Schulden machen usw. führt. Bei Depressionen kann es zu Selbstmordgedanken kommen. Üblicherweise wird die bipolare Störung mit stimmungsstabilisierenden und bei Bedarf mit weiteren Medikamenten behandelt.
Unsere Selbsthilfegruppe haben wir am 6. November 2008 gegründet. Seither treffen wir uns regelmässig am 1. und 3. Donnerstag im Monat für eineinhalb Stunden. Fester Bestandteil der Treffen sind der Einstieg, bei dem wir über unser Befinden der letzten zwei Wochen erzählen. Daraus ergeben sich meist Themen zum nachfolgenden Erfahrungsaustausch. Falls dies nicht der Fall ist, sammeln wir Themen, denn Themen, die uns beschäftigen, gibt es genug. So haben wir unter anderem über Folgendes diskutiert: Erleben in der Manie und in der Depression, wie kann ich eine Phase verhindern, Tagesstruktur, Unverständnis des Umfeldes für die Krankheit, soll ich meine psychische Erkrankung beim Vorstellungsgespräch ansprechen, Ungeduld, Fehlen der Spektakularität beim Fehlen der manischen Phasen, usw.
Vorgesehen sind unter anderem noch folgende Themen unter Berücksichtigung der Tagesaktualität: gemischte Phase, Ressourcen der bipolaren Störung, „Unzuverlässigkeit“ wegen der Krankheit, usw.
Die Gruppe ist offen für betroffene Personen jeden Alters, unabhängig von der Krankheitsdauer und freut sich über jede interessierte Person. Selbstverständlich sind interessierte Betroffene herzlich eingeladen unverbindlich an Gruppentreffen teilzunehmen.
Als einstige professionelle Gruppenleiterin war ich mir gewohnt mich zurück zu nehmen. So musste ich lernen, mich einzubringen. Dies ist heute kein Problem mehr, habe ich mich doch voll in die Gruppe integriert. Wir schätzen den Erfahrungsaustausch sehr. Auch ist es sehr hilfreich zu sehen, dass wir alle mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben und wie jedes Einzelne damit umgeht. So bekommen wir Anregungen für den Alltag, die wir je nachdem versuchen umzusetzen. Während zirka zwei Monaten haben wir zusätzlich wöchentlich eine Freizeitgruppe geführt und einiges zusammen unternommen. In der Folge war der zweite Teilnehmer leider verhindert und so existiert diese Gruppe nicht mehr.

